Dank der verbesserten Kochstelle müssen die Köchinnen von Cerro Verde beim Zubereiten der Gerichte nicht mehr den schädlichen Rauch einatmen.
KREUZ UND QUER - El Salvador
Winterlicher Eintopf aus den Tropen
Als Selbstversorgerinnen bereiten El Salvadors Bäuerinnen am Sonntag und an Festtagen einen ebenso einfachen wie schmackhaften Eintopf zu. Im Dorf Cerro Verde ist die Zubereitung dank der verbesserten Kochstelle leichter als früher.
Text: Karl Schuler Fotos: Florian Kopp
Das Dorf Cerro Verde – Grüner Hügel - macht seinem Namen alle Ehre, liegt es doch an einem ganzjährlich belaubten Hang. Denn im Hügelland der Provinz Usulután im Osten des Landes wachsen vor allem Kaffeebäume und Bananenstauden. In den Kaffeeanbau-Gebieten arbeiten die meisten Einwohner als billige Tagelöhner auf den grösseren Plantagen. Daneben bewirtschaften sie selber meist noch ein kleines Stück Land von einer halben oder einer Hektare zur Selbstversorgung.
Im Jahr 2001 wurde Cerro Verde von einem Erdbeben schwer in Mitleidenschaft gezogen. In der Folge konnten 60 Familien mit der Unterstützung des Cruz Roja Suiza SRK ihre Häuser neu aufbauen. Die früheren Blechhütten wichen soliden Häusern. Für die Frauen war dabei die verbesserte Kochstelle vor allem wichtig. Dank dem Rauchabzug ist ihre Gesundheit heute weniger gefährdet und sie sparen erst noch Feuerholz. Ganz allgemein schuf der Wiederaufbau durch das SRK eine bessere Wohn- und Lebensqualität.
Kochen in El Salvador
Auch in El Salvador ist das Huhn das günstigste Haustier und sichert den ärmeren Familien das tägliche Ei und bei besonderen Gelegenheiten ein gutes Stück Fleisch. In Cerro Verde ist jede Hausfrau stolz auf ihre Hühnerschar. Es braucht hier kein spezielles Label, um die grosszügige Freilandhaltung zu garantieren. Meistens werden sie auch biologisch ernährt. Doch werden sie noch so glücklich gehalten –sie landen trotzdem eines Tages im Kochtopf. Ein langer Transport bleibt ihnen erspart, denn sie dienen der Selbstversorgung.
In den Eintopf gelangen auch die selbst gezogenen Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln und weitere Gemüsesorten, die hier das Prädikat biologisch verdienen. Denn in Cerro Verde entstanden nicht nur neue Häuser mit sanierten Kochstellen, die Bevölkerung wurde auch zum biologischen Anbau von Gemüse und Früchte geschult. Dabei entstand sogar ein Kochbuch traditioneller Rezepte mit lokalen Produkten. Der salvadorianische Eintopf von Cerro Verde, der diesem Rezeptbuch entstammt, ist ebenso schmackhaft wie gesund.
Die „Sopa de pollo“ ist besser und gesünder als Fast food.
Rezept
Salvadorianische Hühnersuppe nach Bauernart
Für 4 Personen
Zutaten
1 Freilandpoulet, 1 kleine Zwiebel geviertelt, 4 Kartoffeln, 3 Stangen Sellerie, 2 – 4 Karotten, 4 Tomaten, 1/4 Kohlkopf, Reis, Salz, 1 Bund gehackte Petersilie, 1 kleines Bündel frischer, gehackter Koriander, 1 Zitrone
1 Packung Mais- oder Weizentortillas.
Zubereitung
Das Poulet in 6 grosse Stücke zerteilen und in Salzwasser mit der Zwiebel halb gar kochen (ca 10 Minuten auf kleinem Feuer). Derweil den Reis mit Salz kochen, mit zerpflückter Petersilie mischen und warm stellen.
Das Gemüse wird ebenfalls in grosse Stücke zerteilt und zum halbgaren Huhn dazu gegeben, salzen und ca. 15-20 Minuten leicht köcheln bis alles gar ist. Koriander und den Reis zum Schluss dazugeben. Mit Zitrone beträufeln und mit den warmen Tortillas servieren.



