KONKRET - Rotkreuz-Notruf
Ein Schutzengel am Handgelenk
Maria Schöni weiss nie, ob sie nicht plötzlich Hilfe benötigt. Nach mehreren Gehirnoperationen ist die 69-Jährige darauf angewiesen, dass sie bei Bedarf rasch Unterstützung erhält. Grundsätzlich übernimmt das ihr Mann. Doch ab und zu ist er ausser Haus. Deshalb hat Maria Schöni einen weiteren treuen Begleiter: ihren Rotkreuz-Notruf, der seit zehn Jahren Tag und Nacht für sie da ist.
Maria Schöni war noch nicht 60 Jahre alt, als sich ein heimtückischer Tumor in ihrem Gehirn einnistete. Sie wurde deshalb zweimal operiert. Seither leidet sie unter Schwindel und heftigen Kopfschmerzen. Die Grossmutter von sieben Enkelkindern, die in Langenthal lebt, kann das Haus nicht mehr allein verlassen. Und selbst in ihren eigenen vier Wänden ist sie nie sicher, ob sie nicht plötzlich Hilfe benötigt.
Unabhängigkeit für sie und ihn
Für Maria Schöni ist es unvorstellbar, alleine zu Hause zu sein. Zum Glück hat sie ihren Mann, der sich liebevoll um sie kümmert. Rund um die Uhr und Tag für Tag? «Nein», antwortet er ohne Zögern. Werner Schöni ist zwar seit vier Jahren pensioniert, erledigt aber immer noch die Hauswartarbeiten in seinem Wohnhaus.
Dank seinem treuen Stellvertreter, dem Rotkreuz-Notruf, kann Werner Schöni das Haus unbesorgt verlassen.
Doris Rispo vom SRK Bern-Oberaargau betreut die Notruf-Abonnentin Maria Schöni
Ausserdem unternimmt der begeisterte Wanderer regelmässig Ausflüge mit Freunden. «Es ist wichtig, dass mein Mann seinen Hobbys nachgehen kann. Und zudem hat man sich am Abend etwas zu erzählen, wenn man nicht den ganzen Tag zusammen verbringt», sagt Maria Schöni lächelnd. «Ein Handy würde uns nichts bringen», erklärt der Berner. «Selbst wenn meine Frau noch in der Lage wäre, mich anzurufen, wäre ich nicht rasch genug bei ihr, um ihr zu helfen.»
Nie ohne ihr Notrufsystem
Maria Schöni besitzt seit zehn Jahren ein Notrufsystem. Sie hatte den Tipp damals von ihrer Selbsthilfegruppe erhalten. Falls ein Problem auftritt, wenn ihr Mann nicht da ist, kann sie mit der Notruftaste, die sie am Handgelenk trägt, Hilfe anfordern. In Null Komma nichts ist dann eine Mitarbeiterin der privaten Spitexorganisation oder sogar eine Ambulanz bei ihr. Das ist schon mehrmals vorgekommen, vor allem, als der heute 68-jährige Werner Schöni noch in einem Unternehmen um die Ecke arbeitete. «Manchmal waren die Kopfschmerzen so stark, dass ich nur noch weinte und nicht mehr die Kraft hatte, die Medikamente selbst einzunehmen», erinnert sich Maria Schöni nur ungern.
Sobald der Notruf ausgelöst war, konnte die Zentrale jeweils rasch eine Pflegefachfrau aufbieten, um die Schmerzmittel zu verabreichen. Man möchte lieber nicht daran denken, wie lange Maria Schöni ohne den Knopf am Hangelenk hätte leiden müssen, bis ihr Mann nachhause gekommen wäre. Aber auch an guten Tagen ist das Ehepaar Schöni dankbar um den elektronischen Schutzengel, weil es sich sorgenfreier lebt, wenn man man weiss, dass jemand da sein wird wenn man in der Not ruft.
APROPOS
Sicherheit zu Hause und unterwegs
Das Schweizerische Rote Kreuz macht sich stark dafür, dass betagte, kranke und behinderte Menschen dort wohnen dürfen, wo sie sich am wohlsten fühlen. Wenn dies zu Hause ist, bietet ihnen das Notrufsystem die nötige Sicherheit und ermöglicht es oftmals länger selbständig zu leben. Auch die Angehörigen fühle sich sicher, im Wissen, dass im Notfall einfach und zuverlässig Hilfe angefordert werden kann.
Der Knopf am Handgelenk macht alles mit
Das System funktioniert so: Wird auf den Knopf am Handgelenk gedrückt, zum Beispiel nach einem Sturz, löst dies in der Tag und Nacht besetzten Notrufzentrale Alarm aus. Das System zeigt an, wer den Knopf gedrückt hat und wer jetzt kontaktiert werden muss. Die Notrufzentrale bietet unverzüglich diejenigen Kontaktpersonen auf, die als Hilfe im Notfall vorgesehen sind. Dies können Angehörige aber auch medizinische Fachpersonen sein. Idealerweise werden im voraus drei Kontaktpersonen bestimmt. Neu ist das System nicht nur zu Hause, sondern auch unterwegs verfügbar. Über ein Mobiltelefon oder ein anderes spezifisches Gerät kann mit der Zentrale Kontakt aufgenommen werden. Das System Casa wird von 11 500 Personen genutzt. Dank Spenden kann das Rote Kreuz diese Leistung auch Personen anbieten, die mit einem beschränkten Budget auskommen müssen.




